Wem gibt Facebook seine Daten?

Nach den Skandalen um die englische Firma Cambridge Analytica und wie diese mit Daten von Facebook umgegangen ist scheint es um Mark Zuckerbergs Imperium einfach nicht ruhig zu werden. Amerikanische Medien haben berichtet, das Facebook auch den Hersteller von chinesischen Mobiltelefonen Daten zur Verfügung gestellt hat. Einer der Hersteller ist Huawei, eine Firma, die von den US-Sicherheitsbehörden als nicht vertrauenswürdig und als Risiko bezeichnet wird. Facebook hatte den Bericht der New York Times bestätigt und angekündigt, die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Konzern schnellstens zurückfahren zu wollen. Ebenfalls mit Facebook-Nutzerdaten gespeist wurden die Hersteller Oppo, Lenovo und TCL. Dass Facebook mit Telefonherstellern die Daten austauscht ist nicht neu, auch Apple, Samsung und andere Produzenten nehmen an dem Programm teil. Problematisch wurde es mit den chinesischen Geräten nur, weil deren Hersteller selbst den Direktiven des chinesischen Staates unterliegen. Das bedeutet, dass somit auch der chinesische Staat Zugriff auf die Facebookdaten hat, wenn er denn will.

Blieben Daten wirklich auf den Geräten?

Was genau ausgetauscht wurde, ist noch unklar, sicher ist man jedoch, dass es alle “Gefällt mir”-Klicks waren, außerdem Informationen über Berufe und den Beziehungsstatus. Angeblich seien die Daten aber nur auf den Geräten selbst gespeichert und nicht auf die Server der Hersteller übertragen wurden. Sinn dieses Austausches ist es, Apps zu unterstützen, die die Aktivitäten mehrere sozialer Netzwerke auslesen. Mit diesen kann der Nutzer dann zum Beispiel einen Beitrag oder ein Bild mit nur einem Klick an mehrere Netzwerke schicken. Huawei steht in den USA unter Spionageverdacht, den das Unternehmen aber zurückweist.

Ob tatsächlich keine Daten aus den Geräten überragen wurden, ist fraglich, denn die chinesischen Geräte sind bekannt dafür, sehr häufig “nach Hause zu telefonieren”. Meistens ist das der Fall, wenn nach Updates gesucht wird, aber in China selbst werden damit auch Daten übertragen die für Sicherheitsdienste relevant sein können. So hat der Staat zum Beispiel Zugriff auf WeChat-Konversationen.

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