Plasberg lädt Gauland aus

Der umstrittene Moderator der Talkshow Hart aber Fair, Frank Plasberg, hat dem öffentlichen Druck nachgegeben und sich bereit erklärt, den rechtsextremen AfD-Politiker Alexander Gauland nicht mehr in seine Sendung einzuladen. Damit ist zwar Plasberg der erste, Forderungen, den AfD-Politikern keine Plattform mehr für ihre Meinungsmache zu geben, hatte es aber schon längere Zeit gegeben.

Andere Talkshow scheinen sich da noch zurückzuhalten. Gauland hatte bei einem Kongress die Verbrechen der Nationalsozialisten als einen “Vogelschiss der Geschichte” bezeichnet und damit nicht nur den Tod von über 6 Millionen Juden, sondern auch das Leiden der Weltbevölkerung, das durch den Zweiten Weltkrieg ausgelöst wurde, relativiert und als nicht bedeutend bezeichnet.

Auch Höcke muss draußen bleiben

Der WDR hat sich nun entschlossen, Politikern wie Gauland keine Sendezeit in einer Talkshow mehr zu geben, es wird sich aber zeigen, ob er nach wie vor noch interviewt wird oder ob seine Reden Teil der nachrichtlichen Berichterstattung sind. Auch der Rechtsaußen Politiker und Gauland Parteifreund Björn Höcke ist auf der schwarzen Liste des WDR für die Talkshow gelandet.

Gauland war zuletzt im August 2017 zu Gast in der Politiktalkshow, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass die Teilnehmer ihre Statements abgeben können, ohne dass es zu einer reflektierenden Diskussion kommt.

Sowohl bei Maybritt Illner als auch bei Anne Will will man eine Entscheidung, Gauland einzuladen, nicht von einem Tagesthema abhängig machen. Beide Sendungen ließen verlautbaren, dass sie derzeit keine Absichten haben, AfD-Politiker in eine der nächsten Sendungen einzuladen, man wolle aber auch keine generelle Absage an bestimmte Politiker formulieren. Statt dessen sagte man gegenüber dem Tagesspiegel, dass man die Rechts-Politiker ohnehin recht selten in der Sendung hatte. Vertreter der Sendung Maischberger hatten erklärt, dass man die Menschen in der Sendung nicht nach ihrer politischen Gesinnung, Hautfarbe oder Religion bewerte, sondern nach dem, was sie inhaltlich einzubringen hätten. Man werde aber auch keine Plattform für extreme Meinungen sein.

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