Nicht nur Nachrichten werden gefälscht

In Europa beschäftigt sich eine eigene Behörde, die EUIPO, mit Fälschungen. Die Euro-Beamten haben dabei aber weniger mit Fake-News zu tun als mit gefälschten Gütern. Ganz oben stehen dabei Uhren und Modeartikel. In ihrem jüngsten Bericht hat die Behörde jetzt angegeben, dass europäische Unternehmen durch Fälschungen jährlich etwa 60 Milliarden Euro verlieren würden.

Die Agentur, die in Alicante in Spanien ihren Sitz hat, geht auch mit den eigenen Institutionen und EU-Regierungen ins Gericht. Oftmals fielen Strafen zu gering aus, so dass Fälscher das Risiko in Kauf nehmen würden, beim Erwischtwerden eine Geldstrafe zahlen zu müssen.

Kaum Unrechts-Bewusstsein bei den Käufern

Pro Einwohner in der EU machen die Verluste, die durch Fälschungen entstehen, 116 Euro aus, in Deutschland rechnet man mit etwa 8 Milliarden Euro, die den Herstellern durch die Fälschungen entstehen. Eines der großen Probleme ist, dass die Gewinne der Kopierer so groß sind, dass man davon ausgehen kann, dass sie ihre Geschäfte noch weiter ausbauen werden. So werden zunehmend nicht nur Luxusartikel, sondern auch normale Markenartikel wie Sportbekleidung gefälscht. Der Markt ist groß, denn viele Kunden haben kein Problem damit, ein Marken-T-Shirt für 20 Euro statt 120 Euro zu kaufen, selbst wenn es dann nicht so lange hält. Gerade im Sportartikel und Textilbereich ist allerdings auch die Markenqualität so weit gesunken, dass es kaum noch Qualitätsunterschiede zu Kopien gibt.

Nach den Recherchen der EUIPO kommen die meisten Fälschungen aus China und aus der Türkei. Allerdings hat man auch illegale Werkstätten in Griechenland gefunden, einem EU-Mitgliedsstaat. Transportiert werden die Güter oftmals über Albanien, Marokko und die Ukraine in den europäischen Wirtschaftsraum.

Fast die Hälfte der Industrien in der EU ist abhängig von Schutzrechten und leidet entsprechend unter Fälschungen. Dabei gibt es auch immer mehr Fälschungen, die nicht im Bereich der EU verkauft werden, sondern vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern in Asien, Afrika und Südamerika.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *