Medienkonzentration in Hessen

Lange Zeit war die hessische Zeitungslandschaft recht bunt und viele der regionalen Tageszeitungen konnten sich auf dem Markt behaupten. Mit dem Internet kam aber das große Zeitungssterben, oder besser: es kamen die Aufkäufe. Zwei großen Frankfurter Zeitungen hat selbst der Rückhalt der mächtigen Fazit-Stiftung , die auch die FAZ herausgibt, nichts gebracht: Die Frankfurter Neue Presse und die Frankfurter Rundschau wurden jetzt an die Mediengruppe des Münchner Unternehmers Dirk Ippen verkauft. Das Kartellamt musste erst gefragt werden, ob der Verkauf genehmigt werden kann. Das ist aber jetzt geschehen, man sieht keine wettbewerbsrechtlichen Gründe die Übernahme zu verhindern.

Bündelung befürchtet

Faktisch existieren dann nur die Bild-Zeitung Frankfurt und die Lokalseiten der FAZ als eine Art Regionalblatt und die auch nur mit einem kleinen lokalen Teil. Zwar sollen die Titel wie bisher weitergeführt werden, allerdings befürchten die Gewerkschaften, dass es zu Entlassungen kommen wird. Vor allem aber könnte der Anzeigenmarkt gebündelt werden.

Der Ippen Gruppe gehören bereits die Hersfelder Zeitung, die Offenbach Post und die Hessisch Niedersächsiche Allgemeine Zeitung. Mit der Gießener Zeitung und dem Hanauer Anzeiger gibt es intensive Kooperationen, auch im redaktionellen Bereich. Bei der FNP und der FR wird befürchtet, dass vor allem am überregionalen Mantel gespart werden wird. Während die Lokaljournalisten kaum von anderen ersetzt werden können, braucht man keine vier Wirtschaftsjournalisten aus vier Zeitungen, wenn man einen gemeinsamen Mantelteil produzieren will. Selbst wenn man einen Nachrichtenpool aufbauen wollte, würde dies bedeuten, das Stellen abgebaut werden könnten.

Die Frankfurter Rundschau, lange Zeit das Lieblingsblatt der Sozialdemokraten und gemäßigten Linken, hatte 2013 Konkurs anmelden müssen, obwohl damals schon der DuMont-Verlag Anteilseigner war. Die Frankfurter Neue Presse konnte lange Zeit von ihren Druckaufträgen in der ihr gehörenden Frankfurter Societätsdruckerei leben. Beide Zeitungen hatten dramatisch an Auflage verloren, weit über dem Durchschnitt anderer Zeitungen. Die FAZ leitet den Verkauf ein, weil sie sich stärker national ausrichten will.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *