Die RTL Deutschland Gruppe

Wenn es um das Privatfernsehen geht, dann ist die RTL Gruppe wohl diejenige, die am meisten die Fernsehlandschaft bereichert hat. Technisch war RTL der zweite private Fernsehsender der 1984 im Kabelprojekt Ludwigshafen seinen Betrieb aufnahm, aber da es seinen Namen beibehalten hat, ist es auch der älteste Privatsender der Bundesrepublik.

Es war zunächst ein Ableger des Radios in Luxemburg, ist aber heute ein Vollprogramm nach den Rundfunkstaatsvertrag. Am Anfang wurde nur am Abend gesendet, die ersten Moderatoren waren Hans Meiser und Geert Müller-Gerbes. Bereits zwei Jahre nach dem Start konnte RTL plus von über einer Millionen Zuschauern empfangen werden. Bald gab es auch die erste erfolgreiche Sendung am Vormittag, Guten Morgen: Deutschland, die schon um 6.30 Uhr ausgestrahlt wurde. Bald danach kam das neue Format Frühstücksfernsehen, das überaus erfolgreich wurde und auch von anderen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern übernommen wurde.

Unter der Regie von Helmut Thoma entwickelte sich RTL schnell zum führenden Privatsender, unter anderem auch wegen der Hauptnachrichtensendung RTL aktuell, die schnell gleichauf mit der Tagesschau und den Heute-Nachrichten war. Vor allem der Moderator Peter Klöppel setze neue Maßstäbe in der Art und Weise wie Nachrichten präsentiert wurden.

RTL begann 1988 schon mit Eigenproduktionen das Programm zu füllen, darunter die Show „Alles nichts oder?!“ mit Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen, die Kultcharakter hatte. Etwas kontroverser wurde die Show „Der heiße Stuhl“ mit Ulrich Meyer aufgenommen. Hugo Egon Balder moderierte dann auch die erotische Spielshow Tutti Frutti, die mit ihren nackten Brüsten ein Quotenerfolg wurde.

Mittlerweile sendet RTL auch regionale Fensterprogramme in Bremen, Niedersachen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Hessen und Nordrhein-Westfalen unter dem Namen RTL Regional. Der Sender hat auch die Spartenkanäle RTL Crime und RTL Living und Passion sowie RTL 2 ins Leben gerufen.

Das Durchschnittsalter der Zuschauer beträgt heute 47 Jahre, der Marktanteil ist aber von einst 19 Prozent auf 10 Prozent geschrumpft. Das Unternehmen aus Köln hat 500 Mitarbeiter, die Nachrichten und die Technik sind aber ausgelagert.