Die Kulturzeitung aus Süddeutschland

Jeder der großen Tageszeitungen hat einen Schwerpunkt, und die Süddeutsche Zeitung hat ihren ganz klar auf die Kultur gelegt. Auch wenn die FAZ lange Zeit für ihrem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki bekannt war, hatte die Süddeutsche immer eine sehr umfangreiche Kulturberichterstattung geboten. Aber sie ist natürlich zuerst einmal eine Tageszeitung. Sie bekam 1945 von den amerikanischen Besatzern ihre Lizenz als wichtige meinungsbildende Tageszeitung und wird bis heute im Süddeutschen Verlag in München gedruckt.Derzeit werden 350.000 Exemplare verkauft, ein Großteil über das Abo.

Politisch gilt die Zeitung als gemäßigt links, ihrem Selbstverständnis nach versucht sie die freiheitliche demokratische Gesellschaftsform nach liberalen und sozialen Grundsätzen zu fördern. Die Bedeutung der Kulturberichterstattung sieht man schon daran, dass das Feuilleton direkt nach dem politischen Teil kommt. Ein Markenzeichen ist die Glosse mit dem Titel Streiflicht, die auf der Titelseite erscheint. Ebenfalls bedeutend ist die Seite 3, die großen langen Reportagen vorbehalten ist. Einmal pro Woche erscheint auch das SZ Magazin, ein in Farbe gedrucktes Magazin mit verschiedenen Gesellschafts- und Kulturthemen und Hintergrundberichten.

Heimat des Journalisten Leyendecker

Für viele Journalisten ist die Süddeutsche Vorbild und auch Leitmedium, vor allem weil sie mittlerweile die einzige nicht-konservative große deutsche Tageszeitung ist. Seit 1995 ist die Zeitung auch im Internet vertreten, seit 2000 hat die Online-Redaktion auch einen eigenen Chefredakteur und einen Chef vom Dienst. Die Online-Ausgabe gliedert sich in die Bereiche Online-Nachrichten, Printinhalte und Magazin.

Einer der herausragenden Journalisten der SZ ist der investigative Reporter Hans Leyendecker, der unzählige Affären in Deutschland, aber auch im Ausland aufdeckte. Dazu gehört vor allem die Flick-Affäre, die vor allem den FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff in Bedrängnis brachte. Er schrieb aber auch die Artikel zur CDU-Spendenaffäre und zur Rolle von Kanzler Helmut Kohl und des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber.

Die Süddeutsche hat ihre eigene Schriftart, die SZ Text, die von der Excelsior abgeleitet und von Henning Skibbe und Nils Thomsen entwickelt wurde.