Die alte Tante FAZ

Auch wenn sie nicht die älteste deutsche Tageszeitung ist, so wird die FAZ doch gerne als die alte Tante in der Zeitungslandschaft bezeichnet. Die Tageszeitung, deren voller Name Frankfurter Allgemeine Zeitung lautet, wurde 1949 gegründet und ist eine der meinungsführenden Zeitungen in Deutschland.

Sie ist politisch bürgerlich-konservativ-rechts, die Linie der Zeitung wird nicht vom Chefredakteur, sondern den Herausgebern bestimmt. Diese haben immer wieder gewechselt, einer der profiliertesten war der vor wenigen Jahren früh verstorbene Frank Schirrmacher.

Die FAZ hat ihren Schwerpunkt auf der Politischen- und der Wirtschaftsberichterstattung. Dazu beschäftigt sie alleine 41 Auslandskorrespondenten und ist auch eine der deutsche Zeitungen, die im Ausland am meisten gelesen wird – nur die Boulevardblätter haben mehr Leser.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Literaturkritik. Der wahrscheinlich bekannteste deutsche Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki schrieb für die FAZ und auch heute noch gilt die Zeitung als jene mit den meisten und ausführlichsten Buchbesprechungen.

Steter Auflagenrückgang

Die Auflage der FAZ ist – wie bei den meisten anderen Tageszeitungen auch – seit 1980 stetig zurückgegangen, um über 40 Prozent. Heute werden immer noch 240.000 Exemplare täglich verkauft, viele davon im Abo. Zusammen mit dem Spiegel und der Süddeutschen Zeitung gehört die FAZ zu den Leitmedien in Deutschland, vor allem für andere Journalisten.

Der bekannte Spruch “Dahinter steckt immer ein kluger Kopf” wurde von Viktor Muckel erfunden, der in der Werbeabteilung der FAZ arbeitet, aber wegen seiner Nazi-Vergangenheit umstritten war. Den Spruch hat die FAZ dennoch beibehalten.

Lange Zeit behielt die FAZ ihre sehr konservatives Erscheinungsbild, das auch noch durch die Frakturschrift im Titel und über Kommentaren verstärkt wurde. Selten gab es ein Foto auf der Titelseite und auch Infografiken und bebilderte Farbreportagen waren eher selten zu finden. Das änderte sich 2007, als die FAZ überarbeitet wurde und ein etwas modernes Antlitz bekam.

Die FAZ spielte in der politischen Debatte meist ein Rolle als Plattform für gesellschaftspolitische Diskurse, unter andrem zwischen Erst Nolte und Michel Stürmer im Historikerstreit.