Der Axel Springer Konzern

Das bei weitem größte Verlagshaus in Deutschland, aber auch in Europa, ist der Axel Springer Konzern in Berlin. Seine bekanntesten Zeitungen sind die Bild und die Welt, aber der Konzern gibt auch viele Zeitschriften heraus und hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark im Onlinegeschäft engagiert. Bei Springer und den zum Konzern gehörenden Firmen arbeiten über 15.000 Menschen, die einen Umsatz von 654 Millionen Euro erwirtschaften. Nach wie vor ist die Firmenzentrale in Berlin ansässig, allerdings gibt es über die Beteiligungen Niederlassungen in über 40 Ländern.

Gegründet wurde das Unternehmen von dem Hamburger Verleger Axel Springer und seinem Vater Hinrich ein Jahr nach Ende des Krieges. Die erste Publikation war die Fernsehzeitschrift Hörzu, die Bild kam erst ein Jahr später, 1947 auf den Markt. Axel Springer kaufte die Rechte an der Welt im Jahr 1953 und machte aus ihr die Welt am Sonntag und das Neue Blatt. Mit seinen Aktien beim Ullstein Verlag wurde auch das Hamburger Abendblatt Teil des Konzerns.

Nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft hielt der Unternehmer Leo Kirch zeitweise 10 Prozent der Springer Aktien. Nach dessen Pleite kaufte Springers Witwe seine Anteile. Heute ist sie immer noch größte Anteilseignerin des Konzerns.

Fernsehaktivitäten scheiterten

2005 versuchte die Springer AG, seine Anteile bei ProSiebenSat.1 auszubauen und den Sender zu übernehmen, was aber unter anderem am Kartellamt scheiterte, aber auch am Widerstand der Medienkommission, die hier eine Konzentration der Meinungshoheit befürchtete, vor allem wegen der großen Reichweite der Bild im Printbereich und von Sat.1 im Fernsehen.

Vorstandsvorsitzender ist seit 2002 Matthias Döpfner, der auch für die digitale Ausrichtung des Konzerns verantwortlich ist. Mittlerweile machen die digitalen Geschäfte 67 Prozent des Umsatzes aus. Der Konzern unterhält auch eine eigene Journalistenschule, die Axel-Springer-Akademie. Politisch ist das Unternehmen rechts-liberal und sieht sich als Beschützer der transatlantischen Beziehungen aber auch des Staates Israel.