ARD: der Elefant mit Staatsvertrag

Im Jahr 1950 gründeten die Rundfunkanstalten Länder der Bundesrepublik eine Vereinigung, die als Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Mediengeschichte machte. Denn die ARD ist nicht nur das Erste Fernsehprogramm oder das ARD-TV-Programm überhaupt, sondern immer noch eine Arbeitsgemeinschaft wie am Anfang. Man arbeitet zum Beispiel bei den Nachrichten zusammen, in dem man dem NDR die Aufgabe übertragen hatte, die Tagesschau zu produzieren. Der Föderalismus kommt aber zum Beispiel beim Kommentar zum Vorschein, der meistens von einem Redakteur eines der Landessender verfasst und vorgetragen wird.

Heute besteht die ARD aus neun Landesrundfunkanstalten, dem Ersten, One und Tagesschau24 und den regionalen Fernseh- und Hörfunkprogrammen. Damit die die ARD der reichweitenstärkste Medienverbund in Deutschland.

Zusammengenommen haben die einzelnen Sender über 23.000 Mitarbeiter, hinzu kommen noch unzählige freiberufliche Mitarbeiter. Diese produzieren elf Fernsehprogramme und 55 Hörfunkprogramme. Dazu gehören aber auch noch 16 Rundfunkorchester und acht Chöre. International sind etwa 100 Korrespondenten der ARD-Sender aktiv, in den wichtigsten Hauptstädten der Welt hat die ARD ein eigenes Studio, zum Beispiel betreibt der WDR zusammen mit anderen das Studio in Washington. Die Auslandsstudios werden aber in der Regel von den einzelnen Regionalsender betrieben, wobei man sich die Länder aufgeteilt hat.

Die einzelnen Mitgliedsanstalten sind:

  • Bayerischer Rundfunk
  • Hessischer Rundfunk
  • Mitteldeutscher Rundfunk
  • Norddeutscher Rundfunk
  • Südwestrundfunk
  • Radio Bremen
  • Rundfunk Berlin-Brandenburg
  • Westdeutscher Rundfunk
  • Saarländischer Rundfunk
  • Deutsche Welle

Finanzierung aus Rundfunkgebühren

Insgesamt bekommen die Sender aus den Rundfunkgebühren pro Jahr 6,3 Milliarden Euro. Die Deutsche Welle ist dabei ausgenommen, sie wird aus Steuermitteln finanziert. Das höchste Gremium der ARD ist die Mitgliederversammlung, die auch die Geschäftsführung wählt – in der Regel den Intendanten einer der ARD-Anstalten, heute meistens für zwei Jahre. Seit 2015 gibt es auch ein Generalsekretariat mit Sitz in Berlin, geführt von der Juristin Susanne Pfab. Ihre Aufgabe ist die strategische Positionierung der ARD und deren Interessenvertretung (also vor allem Lobbyarbeit) sowie die generelle Öffentlichkeitsarbeit.